Hamburger Markt für Gewerbeimmobilien 2021/22

ES WIRD NICHT MEHR SO WIE VORHER.
UND DAS IST GUT SO.

„Es gab eine krasse Ausdifferenzierung nach Nutzungen: Büros und Mixed-used-Immobilien hui, Einzelhandel und Hotels pfui.“ Ein Kommentar zur Situation auf dem Hamburger Markt für Gewerbeimmobilien von Andreas Boberski, geschäftsführender Gesellschafter bei Zinshausteam & Kenbo. 

„Konsolidierung“ steht in großen Lettern über der Bilanz urbaner Gewerbeimmobilien zum Jahr 2020. Nach Schließung großer Kaufhäuser sowie verschiedener Modefilialisten muss sich die City neu erfinden: mehr Mischung jenseits des Shoppens, mehr Engagement und Investitionen der Stadt wie auch der Eigentümer, dabei deutlich weniger Miete für Letztere.

Insbesondere die Hamburger Innenstadt, aber auch zahlreiche Stadtteile wurden und werden durch die Investitionen von Business Improvements Districts – kurz BID – mitgeprägt. Wenn die hier organisierten Eigentümer auch eine Verantwortungsgemeinschaft in schlechten Zeiten bilden, dann muss das Thema der BID-internen Quersubventionierung zur Ansiedlung frequenzstarker, aber mietenschwacher Konzepte nachhaltig auf den Tisch. Auch auf längerfristige Leerstände, die in der Hoffnung bestehen bleiben, doch noch an die Peak-Mieten von 2011 anschließen zu können, muss innerhalb der BID kritisch reagiert werden.

Im Marktbericht des vergangenen Jahres haben wir das Klöpperhaus an der Mönckebergstraße als Beispiel für die Wandlungsfähigkeit einer Innenstadtimmobilie vorgestellt: in den ersten gut 50 Jahren Kontorhaus, in den letzten gut 50 Warenhaus, zuletzt Kaufhof. Nun ist bald ein Jahr vergangen, und es wurde bis dato kein Konzept zur Nachnutzung vorgestellt. Ein Frequenzbringer an dieser exponierten Stelle wäre sicherlich ein Natur- oder Völkerkundemuseum. Die zu erwartenden Mieten allerdings machen eine solche Nutzung unwahrscheinlich. Schade. Hier könnte die Kooperation von Eigentümer, BID Mönckebergstraße, privaten Spendern und Stadt Hamburg einen konjunkturunabhängigen Publikumsmagneten schaffen.

„Nach Schließung großer Kaufhäuser sowie verschiedener Modefilialisten muss sich die City neu erfinden.“

Andreas Boberksi
Zinshausteam & Kenbo
Geschäftsführender Gesellschafter

Damit die Erneuerung der Innenstadt gelingen kann, muss sich der Senat gleichzeitig Schritt für Schritt, aber konsequent, auch aus der Finanzierung notleidender Unternehmen zurückziehen. Wenn es um zukunftsweisende Geschäftsmodelle geht, werden die Unternehmen aus eigener Kraft ihren Weg gehen oder mithilfe privater Risikokapitalgeber. Eins ist gewiss: Es wird nicht wieder so wie vorher. Und das ist gut so.

MARKTBERICHT ANLAGEIMMOBILIEN 2021

Lesen Sie hier unseren gesamten aktuellen Marktbericht:
32 Seiten Daten, Fakten und Analysen über den Hamburger Markt für Anlageimmobilien (3,2 MB).

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